Wie funktioniert dieses Tool?
- Wattzahl ablesen. Sie steht auf dem Typenschild an Rück- oder Unterseite und in der Anleitung.
- Standby ergänzen. Wenn das Gerät am Netz bleibt, zieht es auch außerhalb der Nutzung Strom. Bei modernen Geräten sind 0,5 bis 2 Watt üblich, bei älteren deutlich mehr.
- Nutzung angeben. Stunden pro Tag und Tage pro Jahr — ein Heizlüfter läuft vielleicht 60 Tage, ein Router 365.
- Arbeitspreis eintragen. Er steht auf der Jahresabrechnung in Cent pro Kilowattstunde. Der Grundpreis gehört nicht hierher.
- Optional den Tausch prüfen. Der Rechner stellt die Jahreskosten beider Geräte gegenüber und zeigt, nach wie vielen Jahren sich der Neukauf über die Stromersparnis bezahlt macht.
Expertenwissen: Stromverbrauch richtig einschätzen
Watt und Kilowattstunde sind nicht dasselbe
Watt beschreibt die Leistung in einem Moment — wie stark der Hahn aufgedreht ist. Die Kilowattstunde beschreibt die über die Zeit verbrauchte Energie — wie viel Wasser tatsächlich geflossen ist. Nur Letzteres steht auf der Rechnung.
Ein Gerät mit 2.000 Watt, das eine Stunde läuft, verbraucht 2 kWh. Bei 35 ct/kWh sind das 70 Cent. Genau daran scheitern die meisten Bauchschätzungen: Ein leistungsstarker Wasserkocher wirkt teuer, läuft aber nur Minuten. Ein unauffälliger Router mit 10 Watt läuft 8.760 Stunden im Jahr und kostet mehr.
Arbeitspreis und Grundpreis auseinanderhalten
Eine Stromrechnung besteht aus zwei Teilen. Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet — das ist der Wert, mit dem dieser Rechner arbeitet. Der Grundpreis ist ein fester Jahresbetrag von meist 100 bis 200 Euro und fällt an, egal wie viel du verbrauchst.
Für die Frage „was kostet mich dieses Gerät“ ist ausschließlich der Arbeitspreis relevant. Wer stattdessen den Gesamtbetrag der Jahresrechnung durch den Gesamtverbrauch teilt, erhält einen zu hohen Wert — und überschätzt damit sowohl die Gerätekosten als auch die Ersparnis eines Neukaufs. Beim Tarifvergleich dagegen müssen beide Bestandteile betrachtet werden: Ein niedriger Arbeitspreis mit hohem Grundpreis lohnt nur bei hohem Verbrauch.
Standby — klein pro Gerät, groß in der Summe
Zwei Watt Dauerlast klingen nach nichts. Über ein Jahr sind das 17,5 kWh und damit rund 6 Euro. Das Problem ist nicht das einzelne Gerät, sondern die Anzahl: Router, Fernseher, Receiver, Soundbar, Spielkonsole, Kaffeemaschine, Mikrowelle mit Uhr, Ladegeräte, Steckernetzteile. In einem durchschnittlichen Haushalt summiert sich das auf 30 bis 80 Watt Dauerlast — also 90 bis 240 Euro im Jahr für Geräte, die niemand benutzt.
Deshalb weist der Rechner den Standby-Anteil getrennt aus. Bei Geräten mit kurzer Nutzungsdauer übersteigt er regelmäßig die Betriebskosten — und genau dort lohnt eine schaltbare Steckdosenleiste am schnellsten.
Wann sich ein Gerätetausch rechnet
Die Amortisationszeit ist der Anschaffungspreis geteilt durch die jährliche Stromersparnis. Rechnerisch lohnt der Tausch, wenn diese Zeit unter der erwarteten Restlebensdauer des alten Geräts liegt.
In der Praxis heißt das: Bei Dauerläufern wie Kühl- und Gefriergeräten, Heizungspumpen oder Aquarientechnik amortisiert sich ein sparsames Modell häufig in drei bis sechs Jahren — hier lohnt der Tausch oft, auch wenn das alte Gerät noch funktioniert. Bei selten genutzten Geräten wie Toaster, Bohrmaschine oder Ventilator ist die Ersparnis so klein, dass sich der Neukauf über Strom praktisch nie rechnet. Nicht in der Rechnung enthalten sind die Herstellungsemissionen des neuen Geräts — ökologisch ist ein funktionierendes Gerät weiterzunutzen oft die bessere Wahl, auch wenn die Stromrechnung dagegen spricht.
Typische Fehler
- Grundpreis in den Arbeitspreis einrechnen. Führt zu systematisch überhöhten Gerätekosten.
- Die Wattangabe bei Geräten mit Taktung verwenden. Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler laufen nicht durchgehend auf Volllast — dort ist der Jahresverbrauch vom Energielabel die richtige Zahl.
- Standby vergessen. Bei kurz genutzten Geräten ist er oft der größere Posten.
- Nutzungsdauer schätzen statt messen. Ein Zwischenstecker mit Messfunktion kostet wenig und liefert den echten Wert.
- Alte Preise verwenden. Der Arbeitspreis ändert sich mit jedem Tarifwechsel und jeder Preisanpassung.
- Beim Tausch nur den Strom rechnen. Entsorgung, Lieferung und die verbleibende Lebensdauer des alten Geräts gehören in die Entscheidung.
Häufige Fragen
Wie rechne ich Watt in Kilowattstunden um?
Die Leistung in Watt wird mit der Betriebsdauer in Stunden multipliziert und durch 1000 geteilt. Ein Gerät mit 2000 Watt, das eine Stunde läuft, verbraucht 2 Kilowattstunden. Watt ist die Leistung in einem Moment, die Kilowattstunde die über die Zeit verbrauchte Energie. Nur die Kilowattstunde steht auf der Stromrechnung und kostet Geld.
Warum weicht mein Ergebnis von der Stromrechnung ab?
Weil die Stromrechnung aus zwei Bestandteilen besteht. Der Arbeitspreis wird je verbrauchter Kilowattstunde berechnet und ist der Wert, mit dem dieser Rechner arbeitet. Dazu kommt ein verbrauchsunabhängiger Grundpreis von meist 100 bis 200 Euro im Jahr, der auch dann anfällt, wenn kein Strom verbraucht wird. Für die Frage, was ein einzelnes Gerät kostet, ist ausschließlich der Arbeitspreis maßgeblich.
Lohnt es sich, ein altes Gerät gegen ein sparsameres zu tauschen?
Das hängt von der jährlichen Ersparnis und dem Anschaffungspreis ab. Der Rechner ermittelt beides und weist die Amortisationszeit aus. Als Orientierung gilt: Amortisiert sich der Neukauf innerhalb der erwarteten Restlebensdauer des alten Geräts, lohnt der Tausch rechnerisch. Bei Kühlschränken und Gefriergeräten, die durchgehend laufen, ist das häufig der Fall; bei selten genutzten Geräten fast nie.
Wie viel kostet Standby wirklich?
Ein einzelnes Gerät mit 2 Watt Standby kostet bei durchgehendem Betrieb rund 6 Euro im Jahr. Entscheidend ist die Menge: In einem durchschnittlichen Haushalt summieren sich Router, Fernseher, Receiver, Spielkonsolen, Ladegeräte und Küchengeräte schnell auf 30 bis 80 Watt Dauerlast, was 90 bis 240 Euro jährlich entspricht. Der Rechner weist den Standby-Anteil deshalb getrennt aus.
Woher weiß ich, wie viel Watt mein Gerät hat?
Die Leistungsaufnahme steht auf dem Typenschild, meist auf der Rückseite oder Unterseite des Geräts, sowie in der Bedienungsanleitung. Bei Geräten mit stark schwankendem Verbrauch wie Kühlschrank, Waschmaschine oder Geschirrspüler ist die Wattangabe wenig hilfreich, weil sie nur die Spitzenlast nennt. Dort steht auf dem Energielabel stattdessen ein Jahresverbrauch in Kilowattstunden, der direkt verwendet werden kann.
Weitere nützliche Tools
- Heizkosten- & Gasverbrauchsrechner
- Notgroschen-Rechner – Fixkosten senken statt Puffer erhöhen
- Prozentrechner – für Preisänderungen des Versorgers
- Einheiten-Umrechner