Wie funktioniert dieses Tool?
- Text einfügen. Die Auswertung läuft beim Tippen mit, ein Klick auf einen Knopf ist nicht nötig.
- Grundzahlen ablesen. Wörter und Zeichen stehen oben, Sätze, Absätze und Normseiten darunter.
- Satzlänge prüfen. Der längste Satz ist der schnellste Hinweis auf eine Stelle, die zu überarbeiten lohnt.
- Häufigkeiten durchsehen. Sie zeigen unbeabsichtigte Wortwiederholungen.
- Nichts weiter tun. Der Text verlässt den Browser nicht und muss deshalb auch nicht wieder gelöscht werden.
Expertenwissen: Textlängen, die zählen
Wie gezählt wird
Ein Bindestrichwort wie E-Mail-Adresse zählt als ein Wort, denn der Bindestrich verbindet, er trennt nicht. Auslassungspunkte beenden einen Satz, Abkürzungspunkte in z. B. nicht immer — Satzzählungen sind bei jedem Werkzeug eine Näherung, weil die Unterscheidung ohne Sprachmodell nicht zuverlässig gelingt.
Normseite, Normzeile und warum sie überlebt haben
Die Normseite mit 1.500 Zeichen einschließlich Leerzeichen stammt aus der Schreibmaschinenzeit: 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen. Sie hat sich gehalten, weil sie unabhängig von Schriftart, Zeilenabstand und Seitenrändern ist — und damit als Abrechnungsgrundlage nicht manipulierbar. Wer nach Seiten abrechnet, könnte durch größere Schrift mehr Seiten erzeugen; wer nach Normseiten abrechnet, nicht.
Im Übersetzungswesen ist die Normzeile zu 55 Zeichen die übliche Einheit, teils auch zu 50 oder 53 Zeichen — der Wert gehört deshalb in jeden Vertrag. Ein häufiger Streitpunkt: Wird nach Ausgangs- oder Zieltext abgerechnet? Deutsche Zieltexte sind gegenüber englischen Ausgangstexten typischerweise zehn bis zwanzig Prozent länger, was den Rechnungsbetrag spürbar verschiebt.
Satzlänge sagt mehr über Verständlichkeit als jedes Lesbarkeitsmaß
Für deutsche Gebrauchstexte gilt als Faustregel: durchschnittlich 12 bis 15 Wörter je Satz sind gut lesbar, ab etwa 20 Wörtern wird es anstrengend, jenseits von 30 verlieren die meisten Leser den Faden. Entscheidend ist dabei weniger der Durchschnitt als die Streuung: Ein Text aus lauter Sätzen mittlerer Länge wirkt monoton, ein Text mit Wechsel aus kurzen und längeren Sätzen liest sich flüssig.
Deshalb weist dieses Tool den längsten Satz gesondert aus. Er ist in der Praxis der nützlichste Einzelwert: Wo 60 Wörter ohne Punkt stehen, steckt fast immer ein Schachtelsatz, der sich in zwei Sätze auflösen lässt. Das deutsche Verb am Satzende verschärft das Problem zusätzlich — bei langen Sätzen liegt die entscheidende Information ganz hinten.
Keyword-Dichte ist kein Ziel mehr
Die Vorstellung, ein Text brauche einen bestimmten Prozentsatz eines Suchbegriffs, stammt aus den frühen 2000er-Jahren und ist überholt. Moderne Suchmaschinen bewerten Themenabdeckung und Kontext, nicht Wiederholungsquoten; ein auf eine Zielzahl hingebogener Text liest sich schlecht und wird eher schlechter bewertet.
Was die Häufigkeitsauswertung dennoch leistet: Sie deckt unbeabsichtigte Wiederholungen auf. Wenn dasselbe Wort in einem kurzen Text zwanzigmal auftaucht, ist das ein Stilbefund, kein SEO-Befund. Funktionswörter werden dabei ausgeblendet, weil der, die, und und ist in jedem deutschen Text die Spitzenplätze belegen und nichts über den Inhalt aussagen.
Drei Praxisfälle
Fall 1 – Vortrag von 20 Minuten. Bei 130 Wörtern je Minute sind das rund 2.600 Wörter. Wer 4.000 Wörter geschrieben hat, wird entweder hetzen oder überziehen. Die Sprechzeit ist hier der verlässlichere Wert als die Lesezeit.
Fall 2 – Übersetzungsangebot. 45.000 Zeichen ergeben 30 Normseiten oder rund 818 Normzeilen. Ob nach Ausgangs- oder Zieltext abgerechnet wird, macht bei einer Übersetzung aus dem Englischen leicht 15 Prozent Unterschied — das gehört vor Auftragsannahme geklärt.
Fall 3 – Bewerbungsanschreiben. Eine Seite bedeutet etwa 250 bis 350 Wörter. Wer bei 600 landet, hat zwei Seiten, und die werden erfahrungsgemäß nicht gelesen. Da das Anschreiben vertrauliche Angaben enthält, ist die rein lokale Verarbeitung hier kein Nebenaspekt.
Typische Fehler
- Zeichen mit und ohne Leerzeichen verwechseln. Der Unterschied beträgt rund 15 Prozent — bei Honorarabrechnungen also bares Geld.
- Manuskriptseiten mit Layoutseiten gleichsetzen. Die Normseite ist eine Rechengröße, kein Druckbild.
- Auf eine Keyword-Dichte hin schreiben. Das Verfahren ist überholt und schadet dem Text.
- Die Lesezeit für Vorträge nehmen. Gesprochen wird deutlich langsamer als still gelesen.
- Vertrauliche Texte in Online-Zähler kopieren, die hochladen. Hier bleibt der Text im Browser — anderswo nicht selbstverständlich.
- Den Durchschnitt der Satzlänge überbewerten. Ein einzelner 70-Wörter-Satz fällt darin kaum auf, beim Lesen aber sehr.
Häufige Fragen
Wie wird ein Wort gezählt?
Als Wort gilt jede zusammenhängende Folge von Buchstaben oder Ziffern, die durch Leerzeichen oder Satzzeichen begrenzt wird. Bindestrichwörter wie E-Mail-Adresse zählen als ein Wort, weil der Bindestrich Teil des Wortes ist. Eine allein stehende Zahl zählt ebenfalls als Wort. Textverarbeitungen rechnen im Kern genauso, weichen bei Sonderfällen wie Auslassungspunkten oder Fußnotenzeichen aber leicht ab.
Was ist eine Normseite?
Eine Normseite ist die im Verlagswesen übliche Abrechnungseinheit und umfasst 1.500 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Sie geht auf 30 Zeilen zu je 60 Anschlägen der Schreibmaschinenzeit zurück. Übersetzungen werden häufig nach Normzeilen zu 55 Zeichen abgerechnet. Beide Größen sind unabhängig von Schriftart und Layout und deshalb als Abrechnungsgrundlage geeignet.
Wie zuverlässig ist die geschätzte Lesezeit?
Sie ist eine Näherung. Zugrunde gelegt werden 200 Wörter je Minute für stilles Lesen und 130 Wörter je Minute für lautes Vorlesen. Die tatsächliche Lesegeschwindigkeit schwankt erheblich mit Textsorte, Vorwissen und Leserschaft: Ein Fachtext mit vielen Fremdwörtern wird deutlich langsamer gelesen als eine Erzählung. Für Vorträge ist der Sprechwert der brauchbarere Anhaltspunkt.
Was zeigt die Häufigkeitsauswertung?
Sie listet die häufigsten Begriffe des Textes und ihren Anteil an der Gesamtwortzahl. Häufige Funktionswörter wie der, und oder ist werden dabei ausgeblendet, weil sie in jedem deutschen Text dominieren und nichts über den Inhalt aussagen. Die Auswertung eignet sich, um unbeabsichtigte Wortwiederholungen zu finden – als Optimierungsziel für Suchmaschinen taugt eine bestimmte Keyword-Dichte dagegen nicht mehr.
Wird mein Text irgendwohin übertragen?
Nein. Die gesamte Auswertung läuft im JavaScript deines Browsers. Der Text wird nicht an einen Server gesendet, nicht gespeichert und nicht protokolliert. Beim Schließen des Tabs ist er verschwunden. Das ist der wesentliche Unterschied zu Werkzeugen, die den Text zur Auswertung hochladen – bei vertraulichen Manuskripten, Bewerbungen oder Verträgen ist das der entscheidende Punkt.
Weitere nützliche Tools
- Text Case Converter
- Arbeitstage-Rechner
- Stundensatz-Rechner – für Textarbeit nach Normseiten
- Prozentrechner
- Mehrwertsteuer-Rechner
- security.txt-Generator