Wie funktioniert dieses Tool?
- Zeitraum wählen. Anfangs- und Endtag zählen beide mit — ein Zeitraum vom 1. bis zum 1. hat einen Tag.
- Bundesland auswählen. Entscheidend ist der Ort der Arbeitsstätte, nicht der Wohnort.
- Wochenarbeitstage anpassen. Standard ist Montag bis Freitag; für Schicht- und Teilzeitmodelle lassen sich einzelne Tage abwählen.
- Feiertage ein- oder ausschalten. Abgezogen werden nur Feiertage, die auf einen gewählten Arbeitstag fallen.
- Urlaub ergänzen. Ergibt die tatsächlich verfügbaren Arbeitstage im Zeitraum.
Expertenwissen: Feiertage, Werktage und Arbeitstage
Drei Begriffe, die regelmäßig verwechselt werden
Kalendertage sind alle Tage im Zeitraum, ohne Ausnahme. Werktage sind nach deutschem Recht alle Tage außer Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen — der Samstag ist also ein Werktag, auch wenn kaum jemand samstags arbeitet. Arbeitstage sind die Tage, an denen im konkreten Arbeitsverhältnis tatsächlich zu arbeiten ist.
Der Unterschied ist nicht akademisch. Der gesetzliche Mindesturlaub nach § 3 BUrlG beträgt 24 Werktage bei einer Sechstagewoche — das entspricht 20 Arbeitstagen bei einer Fünftagewoche. Wer die 24 Tage in eine Fünftagewoche überträgt, ohne umzurechnen, gibt vier Tage zu viel. Auch Kündigungs- und Zahlungsfristen laufen je nach Vertrag in Werk- oder Kalendertagen.
Die Osterformel trägt fünf Feiertage
Fünf der beweglichen Feiertage hängen unmittelbar am Ostersonntag: Karfreitag zwei Tage davor, Ostermontag einen Tag danach, Christi Himmelfahrt 39 Tage, Pfingstmontag 50 Tage und Fronleichnam 60 Tage danach. Wer Ostern kennt, kennt alle fünf.
Ostern selbst folgt der Regel des Ersten Konzils von Nicäa: der erste Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Weil dieser Vollmond nicht astronomisch, sondern über einen kirchlichen Kalender bestimmt wird, braucht es eine Rechenvorschrift — die Osterformel, die auf Carl Friedrich Gauß zurückgeht. Ostern liegt dadurch zwischen dem 22. März und dem 25. April. Dieser Rechner verwendet die gebräuchliche Fassung des Verfahrens; sie arbeitet mit reiner Ganzzahlarithmetik und gilt für den gesamten gregorianischen Kalender.
Eine Ausnahme bildet der Buß- und Bettag, gesetzlicher Feiertag nur noch in Sachsen. Er hängt nicht an Ostern, sondern ist definiert als der Mittwoch vor dem 23. November — also der letzte Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag.
Warum die Zahl der Feiertage so ungleich verteilt ist
Das Feiertagsrecht liegt bei den Ländern. Bundesgesetzlich geregelt ist nur der 3. Oktober. Alles andere steht in sechzehn Landesgesetzen, und die folgen weitgehend der historischen Konfessionsverteilung: Katholisch geprägte Länder haben Fronleichnam und Allerheiligen, evangelisch geprägte den Reformationstag.
- Bayern hat mit bis zu 13 gesetzlichen Feiertagen die meisten.
- Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein liegen am unteren Ende.
- Heilige Drei Könige gilt nur in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt.
- Der Reformationstag ist seit 2018 auch in den norddeutschen Ländern gesetzlicher Feiertag.
- Der Internationale Frauentag gilt in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, der Weltkindertag in Thüringen.
Zwei Tage lassen sich landesweit gar nicht sauber abbilden: Mariä Himmelfahrt ist in Bayern nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag — das betrifft ungefähr zwei Drittel der bayerischen Gemeinden, aber eben nicht alle. Ähnlich gilt Fronleichnam in Sachsen und Thüringen nur in bestimmten Gemeinden. Dieser Rechner bildet die landesweite Regelung ab und weist auf die Einschränkung hin; wer eine Lohnabrechnung darauf stützt, muss die Gemeinde prüfen.
Feiertage am Wochenende sind verloren
Das deutsche Recht kennt keinen Ersatzruhetag. Fällt der 1. Mai auf einen Samstag, entfällt er ersatzlos — anders als im Vereinigten Königreich, wo ein Bank Holiday auf den folgenden Montag nachrückt. Über die Jahre gleicht sich das aus, in einem einzelnen Jahr kann es aber drei bis vier Arbeitstage Unterschied ausmachen. Für die Kalkulation von Projektlaufzeiten und Personalkapazität ist das ein spürbarer Effekt.
Drei Praxisfälle
Fall 1 – Projektplanung über ein Quartal. Ein Zeitraum von 13 Wochen hat 65 Werktage bei einer Fünftagewoche. Fallen zwei Feiertage hinein, bleiben 63 — knapp drei Prozent weniger Kapazität. Bei zwölf Personen sind das rund 24 verlorene Personentage, die in einer nach Kalenderwochen geplanten Timeline nicht auftauchen.
Fall 2 – Urlaubsanspruch bei Teilzeit. Wer an drei Tagen pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf drei Fünftel des Urlaubs einer Fünftagewoche. Der Wochenmuster-Schalter oben zeigt, wie viele Arbeitstage das im gewählten Zeitraum konkret sind — die Grundlage jeder Umrechnung.
Fall 3 – Standortvergleich. Derselbe Zeitraum ergibt in Bayern regelmäßig mehrere Arbeitstage weniger als in Berlin. Für Unternehmen mit Standorten in beiden Ländern heißt das: gleiche Vertragsstunden, unterschiedliche Jahresarbeitszeit.
Typische Fehler
- Werktage und Arbeitstage gleichsetzen. Der Samstag ist rechtlich ein Werktag.
- Die Feiertage des Wohnorts nehmen. Maßgeblich ist die Arbeitsstätte.
- Feiertage am Wochenende mitzählen. Sie kosten keinen Arbeitstag und werden nicht nachgeholt.
- Den Endtag vergessen. Hier zählen Anfangs- und Endtag beide mit.
- Mariä Himmelfahrt für ganz Bayern ansetzen. Er gilt nur in einem Teil der Gemeinden.
- Ostern aus einer Tabelle abschreiben. Die Formel liefert es für jedes Jahr.
- Den Buß- und Bettag außerhalb Sachsens ansetzen. Anderswo ist er seit 1995 kein gesetzlicher Feiertag mehr.
Häufige Fragen
Wie viele Arbeitstage hat ein Jahr in Deutschland?
Bei einer Fünftagewoche liegen je nach Jahr und Bundesland etwa 249 bis 254 Werktage von Montag bis Freitag vor. Nach Abzug der gesetzlichen Feiertage, die auf einen Werktag fallen, bleiben ungefähr 248 bis 252 Arbeitstage. Der Unterschied zwischen den Bundesländern beträgt mehrere Tage, weil Bayern bis zu 13 gesetzliche Feiertage hat und Berlin, Hamburg oder Niedersachsen deutlich weniger.
Warum unterscheiden sich die Feiertage je Bundesland?
Das Feiertagsrecht ist Ländersache. Bundesweit einheitlich geregelt ist allein der Tag der Deutschen Einheit; alle übrigen Feiertage beruhen auf Landesgesetzen. Daraus ergeben sich Unterschiede vor allem bei den konfessionell geprägten Tagen wie Fronleichnam, Allerheiligen, Mariä Himmelfahrt und dem Reformationstag. Maßgeblich ist immer das Bundesland, in dem die Arbeitsstätte liegt, nicht der Wohnort.
Wie werden die beweglichen Feiertage berechnet?
Alle beweglichen Feiertage hängen am Ostersonntag, und der wird über die Osterformel bestimmt: Er fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Karfreitag liegt zwei Tage davor, Ostermontag einen Tag danach, Christi Himmelfahrt 39 Tage danach, Pfingstmontag 50 Tage und Fronleichnam 60 Tage danach. Der Buß- und Bettag folgt einer eigenen Regel: Er ist der Mittwoch vor dem 23. November.
Gelten Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt im ganzen Bundesland?
Nein, und das ist die wichtigste Einschränkung dieser Berechnung. Mariä Himmelfahrt ist in Bayern nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag, was etwa zwei Drittel der Gemeinden betrifft. Fronleichnam gilt in Sachsen und Thüringen ebenfalls nur in bestimmten Gemeinden. Wer es genau wissen muss, prüft die Regelung der konkreten Gemeinde beim zuständigen Landratsamt.
Zählt ein Feiertag, der auf ein Wochenende fällt?
Für die Zahl der Arbeitstage nicht, denn der Tag wäre ohnehin arbeitsfrei gewesen. Einen Ersatzruhetag gibt es im deutschen Recht nicht, anders als etwa im Vereinigten Königreich. Fällt der 1. Mai auf einen Samstag, ist er schlicht verloren. Dieser Rechner weist beide Zahlen getrennt aus: alle Feiertage im Zeitraum und davon die, die tatsächlich auf einen Arbeitstag fallen.