Wie funktioniert dieses Tool?
- Betrag eintragen und die beiden Währungen wählen. Für eine reine Umrechnung genügt das schon — der Haken bei „Bargeld am Automaten abheben“ lässt sich abschalten.
- Für eine Abhebung die Gebühren der eigenen Bank eintragen. Sie stehen im Preis- und Leistungsverzeichnis, meist unter „Auslandseinsatzentgelt“.
- Das Entgelt des Automatenbetreibers wird in Landeswährung eingetragen, weil der Automat es so anzeigt und auch so abbucht.
- Ergebnis lesen: Was zum Referenzkurs herauskäme, was an Gebühren dazukommt, was das Konto tatsächlich belastet — und welcher Kurs sich daraus rückwirkend ergibt.
- Die Tabelle darunter zeigt denselben Fall für andere Abhebungshöhen. Sie beantwortet die Frage, ob sich eine zweite Abhebung lohnt oder nicht.
Expertenwissen
Woher die Kurse kommen
Die Kurse stammen von der Europäischen Zentralbank, die sie einmal je Werktag gegen 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlicht. Sie beruhen auf einer abgestimmten Erhebung der beteiligten Zentralbanken und dienen ausdrücklich Informationszwecken.
Daraus folgt eine Einschränkung, die dieses Tool offen benennt: Ein Referenzkurs ist kein Handelskurs. Niemand tauscht zu diesem Satz Geld. Er ist der Mittelwert, um den herum sich die tatsächlichen Kurse bewegen, und damit der einzig faire Maßstab, um Angebote zu vergleichen. Wer ihn mit dem Betrag auf seiner Kartenabrechnung vergleicht, wird immer eine Differenz finden — die Frage ist nur, wie groß sie ausfällt.
Weil die Kurse nur einmal täglich entstehen, wird auch nur einmal täglich aktualisiert. Häufiger abzurufen brächte denselben Wert noch einmal. An Wochenenden und Feiertagen gilt der letzte Werktagskurs — das ist keine Nachlässigkeit, sondern die Datenlage.
Die vier Aufschläge, und wer sie kassiert
Zwischen dem Referenzkurs und dem Betrag auf der Abrechnung liegen bis zu vier voneinander unabhängige Posten. Sie werden regelmäßig verwechselt, und genau deshalb wundern sich Reisende über die Summe:
| Posten | Wer kassiert | Größenordnung |
|---|---|---|
| Entgelt des Automaten | Betreiber des Geldautomaten | 0 bis 8 € je Abhebung, in Landeswährung |
| Kurs des Kartensystems | Visa oder Mastercard | meist nah am Referenzkurs, 0 bis 1 % |
| Auslandseinsatzentgelt | die eigene Bank | 1 bis 2 %, oft mit Mindestbetrag |
| Umrechnung durch den Automaten | Betreiber des Geldautomaten | 3 bis 12 %, nur wenn zugestimmt wird |
Der erste Posten fällt in Landeswährung an und wird zusammen mit dem ausgezahlten Betrag umgerechnet — er wird dadurch selbst noch einmal vom Auslandseinsatzentgelt erfasst. Der Rechner bildet das ab, weil es die Reihenfolge auf der Abrechnung ist.
DCC — der teuerste Klick der Reise
Dynamic Currency Conversion ist der vierte Posten, und er ist der einzige, den man selbst abwählen kann. Der Automat fragt, ob in Euro abgerechnet werden soll, und garniert das mit einer beruhigenden Formulierung: „Umrechnung garantiert“, „Betrag in Ihrer Heimatwährung“, manchmal mit einem gut sichtbaren Kurs. Wer zustimmt, übergibt die Umrechnung dem Automatenbetreiber statt dem eigenen Kartensystem.
Der Aufschlag steckt dann im Kurs und taucht auf keiner Abrechnung als Gebührenposten auf. Er liegt regelmäßig zwischen drei und zwölf Prozent — ein Vielfaches dessen, was die eigene Bank verlangt. Die richtige Antwort ist fast immer die Ablehnung und die Abrechnung in Landeswährung. Der Haken im Rechner zeigt, was der Unterschied im konkreten Fall ausmacht.
Dieselbe Frage stellt sich beim Bezahlen im Geschäft und in Hotels. Die Antwort ist dieselbe.
Warum kleine Abhebungen unverhältnismäßig teuer sind
Prozentuale Gebühren skalieren mit dem Betrag, feste Gebühren nicht. Eine Mindestgebühr von 5,90 € ist bei 50 € Abhebung ein Aufschlag von knapp zwölf Prozent und bei 500 € einer von 1,2 Prozent. Zwei Abhebungen zu 100 € kosten das Doppelte einer Abhebung zu 200 €, obwohl derselbe Betrag herauskommt.
Die Tabelle im Ergebnisbereich rechnet das für den eingegebenen Fall durch. Die Gegenrechnung ist allerdings keine reine Rechenaufgabe: Größere Bargeldmengen mit sich zu führen hat ein eigenes Risiko, und in manchen Ländern begrenzt der Automat den Betrag je Vorgang ohnehin. Der Rechner liefert die Zahlen; die Abwägung bleibt bei dir.
Kreuzkurse und ihre Grenze
Die EZB veröffentlicht alle Kurse gegen den Euro. Eine Umrechnung zwischen zwei Fremdwährungen läuft deshalb rechnerisch über den Euro — das Ergebnis ist ein Kreuzkurs. Er ist mathematisch korrekt, unterschlägt aber, dass in der Praxis zwei Umrechnungen stattfinden können und damit zwei Aufschläge. Bei gängigen Paaren fällt das kaum ins Gewicht, bei exotischeren durchaus.
Drei Praxisfälle
- Thailand, 10.000 Baht am Automaten. Der Betreiber verlangt 220 THB, die eigene Bank 1,75 % mit 5,90 € Mindestentgelt. Der Aufschlag landet bei rund sechs Prozent — der größte Einzelposten ist dabei die Automatengebühr, nicht die Bank.
- Schweiz, 300 Franken. Der Automat verlangt nichts, die Bank 1,75 %. Der Aufschlag bleibt unter zwei Prozent. Wer stattdessen der Umrechnung in Euro zustimmt, zahlt schnell das Dreifache.
- Ferienwohnung in Schweden, 8.000 Kronen bar. Hier lohnt der Blick in die Tabelle: Zwei Abhebungen zu 4.000 Kronen kosten spürbar mehr als eine, weil das Mindestentgelt zweimal anfällt.
Typische Fehler
- Den Referenzkurs für den eigenen Kurs halten. Er ist der Maßstab, nicht der Preis.
- Die Automatengebühr in Euro eintragen. Der Automat rechnet sie in Landeswährung ab; sie wird dadurch mit umgerechnet.
- Die Mindestgebühr übersehen. „1,75 %“ klingt harmlos, „mindestens 5,90 €“ entscheidet bei kleinen Beträgen alles.
- Am Automaten in Euro abrechnen lassen. Der bequemste Knopf ist der teuerste.
- Am Flughafen wechseln. Wechselstuben dort arbeiten mit Aufschlägen, gegen die jede Kartengebühr günstig aussieht.
Häufige Fragen
Warum weicht der Kurs von dem meiner Bank ab?
Weil der EZB-Referenzkurs kein Handelskurs ist. Die Europäische Zentralbank stellt ihn einmal je Werktag gegen 16:00 Uhr fest — als Mittelwert zu Informationszwecken, nicht als Preis, zu dem irgendjemand Geld tauscht. Banken, Kartensysteme und Wechselstuben rechnen mit eigenen Kursen, die einen Aufschlag enthalten. Der Referenzkurs ist deshalb der richtige Maßstab, um Angebote zu vergleichen, aber nie der Betrag, der auf der Abrechnung steht. Genau dafür gibt es in diesem Rechner die Gebührenfelder.
Was ist DCC und warum kostet es so viel?
DCC steht für Dynamic Currency Conversion. Der Geldautomat oder das Kartenterminal bietet an, den Betrag gleich in Euro abzurechnen, und zeigt dazu einen Satz wie „Umrechnung garantiert“. Wer zustimmt, überlässt die Umrechnung dem Automatenbetreiber statt dem eigenen Kartensystem — und der schlägt typischerweise drei bis zwölf Prozent auf. Der Aufschlag ist im angezeigten Kurs versteckt und erscheint nirgends als Gebührenposten. Wer ablehnt und in Landeswährung abrechnen lässt, zahlt fast immer weniger.
Wie oft werden die Kurse aktualisiert?
Einmal je Werktag. Die Europäische Zentralbank veröffentlicht ihre Referenzkurse gegen 16:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit; zwischen zwei Veröffentlichungen ändert sich nichts. Häufiger abzurufen brächte deshalb keinen aktuelleren Wert. An Wochenenden und Feiertagen bleibt der Kurs des letzten Werktags stehen. Das Datum des verwendeten Kurses steht unter dem Ergebnis und in den Rechengrößen.
Lohnt es sich, seltener und dafür mehr abzuheben?
Fast immer, und der Effekt ist größer als erwartet. Feste Gebühren und Mindestgebühren hängen nicht am Betrag: Fünf Euro Festgebühr sind bei fünfzig Euro Abhebung zehn Prozent und bei fünfhundert Euro ein Prozent. Der Rechner zeigt das als Tabelle für verschiedene Beträge. Dagegen steht das Risiko, größere Bargeldmengen mit sich zu führen — das ist eine Abwägung, die niemand für dich treffen kann.
Kann ich damit auch zwei Fremdwährungen ineinander umrechnen?
Ja. Die Europäische Zentralbank veröffentlicht alle Kurse gegen den Euro, deshalb läuft eine Umrechnung von etwa Schweizer Franken in Thailändische Baht rechnerisch über den Euro. Das Ergebnis ist ein Kreuzkurs. Er ist rechnerisch korrekt, aber in der Praxis seltener direkt handelbar als ein Kurs gegen den Euro — bei exotischeren Paaren fallen in der Realität zwei Umrechnungen und damit zwei Aufschläge an.
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